Sonntag, 10. Mai 2009
Bildlich gesprochen
Entweder man sucht nach einer langfristigen Lösung oder ignoriert jenes Problem gekonnt und lässt den Eimer überlaufen.
Hoffe, dass das Dach nicht einbricht...
Dienstag, 24. März 2009
Unerwünschter Besuch - Teil 1
Meine Wut ist groß, fast schon so groß, dass sie unbezwingbar erscheint.
Wochenlang hält sie sich bedeckt und lässt meine Welt zufrieden. Wochenlang genieße ich die Unbeschwertheit, atme den Tag und sehe fruchtbares Land. Wochenlang.
Ich erwarte dich nie und eben drum bist du unerwünscht, genauso unerwünscht wie das Unkraut im hässlichsten Blumenquadrat. Gespatet, zermürbt, herausgerissen, zerhackt – Doch deine Wurzeln reichen bis ins zähste Tief, feinfädig und gierig krallen sie sich an mein Herzfleisch. Du weißt, dass es Zeit braucht bis du wieder groß und stark sein wirst.
Deine Krähenfüße bohren tiefer, ich spüre dein Wachsen nicht. Es ist noch zu früh. Es würde zu wenig weh tun, zu wenig anhalten, der Krampf.
Du trägst sicherlich keine Blüten.
Warum auch, deine Schönheit kommt von Innen, nicht wahr?
Samstag, 20. Dezember 2008
Alltag in der Krise
Alltag in der Krise
Freitag, 19. Dezember 2008
Grimmaische Straße
Ich steh‘ im Gewühl einer Menschenschar,
sie lebt für geschnürte Zeit, kurz und sonderbar.
Sie nimmt mich mit und lässt mich stehn,
verfolgt kein Ziel, sondern das Geschehn.
Stände an Stände, beengt durch sie,
sahen wir, wie sie aufschrie
Die Menge, in ihrer treibenden Rast,
jeglicher Quergeist ,eine Last
Sie locken uns am Wegesrand
Ob Verkaufs-, Sprach-, Musikgewandt.
Sie warten auf unsere Aufmerksamkeit,
auf Münzen, ein Lächeln, Bedeutsamkeit.
Sie läuft in verweilender Zügigkeit,
vom einzelnen Fuße befreit
Den Weg, gekreuzt von warmen Lichtern,
belebt von geröteten Gesichtern.
Blicke aller Lüste treffen sich,
obgleich sie sich spüren oder nicht.
Sie nehmen mich mit und lassen mich stehn,
verfolgen kein Ziel, sondern das Geschehn.
Mittwoch, 10. Dezember 2008
Ein kleines, gewitzeltes Geburtstagsständchen für mein Bruderherz

Dein Geburtstag ist wieder da,
ein Tag voller Neider.
Dir wird gratuliert,
Glück, Gesundheit, Liebe an dich adressiert.
Dein Geburtstaaaaaaaag,
fällt jedes Jahr auf den selben Tag.
Dein Geburtstaaaaaaaag,
Schade, es ist meist kein Urlaubstag.
Ich stoße auf dich an,
zum Gedenken daran,
Dass du mein Brüderchen bist,
der heut die Geburtstagsfahne hist.
Dein Geburtstaaaaaaaag
fällt jedes Jahr auf den selben Tag
Dein Geburtstaaaaaaaag,
Schade, es ist mein kein Urlaubstag
Ein edler Mensch verdient ein edles Ständchen.
Ich liebe dich.
Sonntag, 7. Dezember 2008
Tür an Tür

Ich höre das Berühren der Tasten. Sie packen mich am Hals und schleifen mich zu einer Tür, die ich vor kurzer Zeit, in der Hoffnung, dass sie für immer verschlossen bliebe, zugeschlagen habe. Sie war nie wirklich zu. Ein Spalt, getränkt in einem so kaltem Rot, strahlt mich in einem Licht an, das meinen Schatten erschrecken lies. Es ist mein gebrochenes Herz, mein geschlagener Stolz, mein Schmerz, meine Reue, meine Liebe.
Nun schaust du mich verschlafen an, möchtest geküsst werden und wieder zu mir treten, in der Hoffnung mein Leben zu bestimmen. Ich schaue dich fragend an: Wie hast du es geschafft, dass Schloss zu brechen um mich wiederzusehen.
Ich will mit deiner fordernden Stärke nicht mithalten. Es gab doch diesen Grund, warum ich dich einsperren musste. Es gab doch diesen Grund, warum es ohne dich viel schwereloser zu ertragen ging.
Du bist die Tür, die mein Leben immer wieder umwirft, erschüttert, zurückholt, braucht. Ich brauche dich für das friedliebende, glücksame Überleben auf dieser Welt. Doch bin ich mir dem, wenn ich deine Lichtpforte sehe, nie bewusst. Stattdessen schließe ich ruckartig, gehetzt, unsicher die Tür der Überwindung auf. Doch anstatt mich jemand verständnisvoll empfängt, stehe ich allein in einem weißen, nüchternen Raum.
Ich trete auf jene Schwelle und zögere in meiner Entscheidung: Richte ich dieses karge, kalte Zimmer mühsam ein oder will ich dich, mein gebrochenes Herz, mein geschlagener Stolz, mein Schmerz, meine Reue, meine Liebe.
Donnerstag, 20. November 2008
"Ich höre mich von innen vollkommen anders an, als andere von außen"
Er ging langsam reihum und legte sich sanft auf unsere Lungen. Zaghaft stößt er vor, in jede Blutbahn, in jede Zelle. Er schnürte uns behutsam die Schwere von der Leichtigkeit des Lebens ab und schiebte uns nun in den Raum, der uns einschließt und gleichsam frei lässt. Er verabschiedete sich kurz und lässt uns mit unserem betäubten Verstand allein.
Ich beobachtete nun meine eingeschlossenen, freiliebenden Mitspieler und mich in der Macht des Gemüts und suchte nach Antworten, die meine Faszination erklären sollten.
Wir saßen am Tisch. Um uns herum kaltes Geschirr, ausgedrückter Zigarettenrauch und eine gewisse Hilflosigkeit. Ich lächelte, weil mein Körper ohne das Wissen des Kopfes die Steuerung für meine motorischen Handlungen übernommen hat. Ohne zu fragen, setzte sich mein Körper mit seinen momentanen Bedürfnissen durch und erklärte meine Feinmotorik für einen längeren Zeitraum für tot. Doch mein Kopf wurde nicht stillgelegt. Stattdessen zog er sich den übergroßen Mantel des Drangs an und durchflutete mich mit neuen, kurzlebigen Sichtweisen.
Ich sah meinen linken Mitspieler in seinen Eigenheiten versunken. Spitzfindigkeit und Passivität sind unterhaltsame Spiegelbilder und brachten mich zum nicht nachvollziehbaren Lachen. Zugleich drängte sich eine sehr naive und liebselige Eigenart von ihm ans verrauchte Küchenlicht, welches mir noch nicht vertraut schien. Doch im selben Augenblick war mir dieses Phänomen vollkommen gleich. Stattdessen verspürte ich den unersättlichen Hunger, den ich mit meinen Mitspielern versuchte zu beruhigen, indem wir uns der Schlemmerei hingaben. Brot, Cornflakes, Pesto, Oliven und noch mehr Brot, Cornflakes, Pesto und Oliven. Das Schmieren der Brote wurde zum konzentrationsfüllenden Akt, welcher in eine solche Länge gezogen wurde, dass das eigentliche Brotschmieren zu einer neuen Lächerlichkeit von uns wurde. Wir lachten über unsere eigene Hilflosigkeit, dann über unsere Lacharten bis hin zum herunter gefallenden Brot. Diese Übertriebenheit führte uns Schmerzen in den Bauch. Wir lachten Tränen und verzerrten minutenlang unsere Gesichter. Es tat gut in die Augen der anderen zu schauen, um die Gewissheit zu haben, dass sie sich auch der Realität entzogen hatten.
Wir mussten aufbrechen. Wir waren doch zu jener Feier eingeladen, die uns in diesem Zeitpunkt nicht klar werden wollte. Für jede neue Handlung brauchten wir doppelt soviel Konzentration, Mühe und Zeit. Für jede neue Handlung musste kein wirklicher Sinn dahinterstehen. Für jede neue Handlung wurde man immer vergesslicher.
Und doch haben wir einen Satz nicht vergessen können, der in dieser Nacht entstand:
„Ich höre mich von innen ganz anders an, als andere von außen!“
Ich weiß, dass ich ihn in jener Nacht vollkommen nachvollziehen und verstehen konnte und nun reiht er sich implizit in mein Unterbewusstsein ein und traut sich nicht mehr hinaus. Ich will dich wiedersehen und laufe dir hinterher.